Corona-Virus: Zuschuss zum Kurzarbeitergeld

Kurzarbeitergeld ist für Arbeitnehmer mit erheblichen Einkommenseinbußen verbunden. Der Arbeitgeber kann während der Kurzarbeit seinen Mitarbeitern einen Zuschuss zum Kurzarbeitergeld zahlen. Ein Rechtsanspruch seitens der Arbeitnehmer besteht nicht.

Regelungen Zuschuss zum Kurzarbeitergeld

Der Arbeitgeber kann freiwillig eine sogenannte Nettolohnaufstockung in Form eines Zuschusses zum Kurzarbeitergeld zahlen. Abweichend davon, ist in einigen Tarifverträgen die Zahlung eines Zuschuss bei Kurzarbeit durch den Arbeitgeber verpflichtend geregelt. Findet in dem jeweiligen Unternehmen ein Tarifvertrag Anwendung, ist dies vor Auszahlung von Kurzarbeitergeld an die Arbeitnehmer zu prüfen.

Der Zuschuss ist generell steuerpflichtig. Er bleibt frei von Solzialabgaben, wenn er zusammen mit dem Kurzarbeitergeld das fiktive Arbeitsentgelt nicht übersteigt. Das fiktive Arbeitsentgelt beträgt 80% der Differenz aus Brutto-Sollentgelt und Brutto-Istentgelt. Ein darüber hinaus gezahlter Zuschuss ist dagegen SV-pflichtig.

Regelungen auf einen Blick:

  • Zuschuss ist eine freiwillige Arbeitgeberleistung (ausgenommen es bestehen Regelungen in geltenden Tarifverträgen)
  • Zuschuss ist steuerpflichtig
  • Sozialabgebenfrei bis zur Höhe des fiktiven Arbeitsentgelts

Beispielberechnung Zuschuss Kurzarbeit

Rahmendaten Mitarbeiter:

  • Gehalt: 3000 Euro
  • Wöchentliche Arbeitszeit: 40 Stunden
  • Steuerklasse: 1; keine Kinder
  • Kurzarbeit: 90%

Ermittlung maximaler sv-freier Zuschuss zum Kurzarbeitergeld

  1. Sollarbeiterentgelt: 3000 Euro  -> rechnerischer Leistungssatz: 1182,11 Euro
  2. Istarbeitsentgelt: 300 Euro        -> rechnerischer Leistungssatz: 144,00 Euro
  3. Ermittlung Kurzarbeitergeld
    • Kurzarbeitergeld = 1182,11 Euro – 144,00 Euro = 1038,11 Euro
  4. Ausgefallenes Entgelt:
    • Sollarbeitsentgelt – Istarbeitsentgelt = 3000 Euro – 300 Euro = 2700 Euro
  5. Fiktivlohn:
    • 80% des ausgefallenen Entgelts = 80 % von 2700 Euro = 2160 Euro
  6. Maximal möglicher beitragsfreier Zuschuss:
    • Fiktivlohn – Kurzarbeitergeld = 2160 Euro – 1038,11 Euro = 1121,89 Euro

Bei diesem Rechenbeispiel ist es möglich einen Zuschuss zum Kurzarbeitergeld von bis zu 1121,89 Euro zu zahlen.

6 Gedanken zu „Corona-Virus: Zuschuss zum Kurzarbeitergeld

  • 17. Mai 2020 um 19:04
    Permalink

    ich möchte wissen wie kann ich ein Zuschlag zum Kurzarbeit Geld beantragen,
    meine letzte Gehalt ist 829,92 euro aber meine unterhält kosten sind über 500 euro

    Antwort
    • 18. Mai 2020 um 8:58
      Permalink

      Hallo Herr Lewandowski,
      bei dem Zuschuss zum Kurzarbeitergeld handelt es sich um eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Somit müssen Sie das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber suchen und ihm die Lage erklären. Sollte er nicht in der Lage sein Ihnen einen Zuschuss zu zahlen, können Sie sich an Ihre zuständige Arbeitsagentur wenden. Es besteht in diesem Fall die Möglichkeit eine Art ALG II zu beantragen.
      Ihr ePeo-Team

      Antwort
  • 28. Mai 2020 um 10:53
    Permalink

    Guten Tag, ich hätte eine Frage zur Berechnung des Zuschusses:

    SOllENTGELT: 4991,62€, ISTENTGELT: 1175,28€, KUG 1289,03€

    Der Fiktivlohn liegt laut meiner Berechnung bei 80% 2653,07€

    Heißt es, dass wir einen Zuschuss bis 1364,04€ ausbezahlen dürfen?

    Antwort
    • 28. Mai 2020 um 12:03
      Permalink

      Guten Tag Frau M.
      auf Basis Ihrer Daten und obigen Berechnungsschema würde der Sachverhalt folgendermaßen aussehen:
      1. Sollarbeiterentgelt: 4991,62 Euro 
      2. Istarbeitsentgelt: 1175,28 Euro       
      3. Kurzarbeitergeld: 1289,03 Euro
      4. Ausgefallenes Entgelt: Sollarbeitsentgelt – Istarbeitsentgelt = 4991,62 Euro – 1175,28 Euro = 3816,34 Euro
      5. Fiktivlohn: 80% des ausgefallenen Entgelts = 80 % von 3816,34 Euro = 3053,07 Euro
      6. Maximal möglicher beitragsfreier Zuschuss: Fiktivlohn – Kurzarbeitergeld = 3053,07 Euro – 1289,03 Euro = 1764,04 Euro

      Damit würde der sv-freie Zuschuss bei 1764,04 Euro liegen.

      Ihr ePeo-Team

      Antwort
      • 28. Mai 2020 um 14:10
        Permalink

        Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.

        Verstehe ich es richtig, dass der Mitarbeiter bei diesem Beispiel das:

        1. Istarbeitsentgeld: 1175,28 Euro (brutto)
        2. Kurzarbeitergeld: 1289,03 Euro (SV- und Steuerfrei)
        3. Zuschuss: 1764,04 Eur (SV-frei) erhält?

        Das würde bedeuten, dass er ein viel höheres Entgelt als sonst erhalten würde. Kann das sein?

        Antwort
        • 29. Mai 2020 um 10:52
          Permalink

          Hallo Frau M.,
          prinzipiell ist der Zuschuss eine freiwillige Arbeitgeberleistung. Die bei einem hohen Aufstockungsbetrag bzw. hohem Arbeitsausfall (mit hohem Betrag steuerfreien KuG) zu einem höheren Entgelt führen kann.

          Ihr ePeo-Team

          Antwort

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